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In Dresden gibt es
acht Brücken. Die Sächsische Zeitung berichtet
über ihre Geschichte und ihren Zustand. Am 18.
Januar 2005 auch über die Loschwitzer Brücke.
Unter
dem Namen Blaues Wunder ist die Loschwitzer
Brücke viel bekannter. Eingeweiht wurde sie
übrigens als König-Albert-Brücke.
Brücken-Daten:
Baujahr: 1893
Bauweise: Stahlfachwerk
Größte Spannweite: 146 Meter
Gesamtlänge: 296 Meter
Eigengewicht: 3.800 Tonnen

| Zur
Geschichte |
Der erste
Spatenstich erfolgte am 28. April 1891.
Am 15. Juli 1893 wurde das Bauwerk
feierlich für den Verkehr freigegeben.
Vier Tage zuvor hatte es eine
Belastungsprobe gegeben. Bilder zeigen:
Damals hatte man alles Schwere auf einmal
über die Brücke rollen lassen - von
Pferden gezogene Walzen, mit Steinen und
Schiffsankern beladene Straßenbahnwagen,
Wassersprengwagen, eine Kompanie des
Dresdner Jägerbataillons sowie diverse
Pferdewagen und Kutschen.
Etwa 20 Jahre war über das Bauvorhaben
diskutiert und gestritten worden, bevor
die Bauleute endlich beginnen konnten. So
solen schon 1872 Verhandlungen zwischen
den fünf zwischen Loschwitz und Pillnitz
liegenden Gemeinden über den Baue einer
Elbbrücke gelaufen sein. Der erste
Brückenplan stammt von 1881. |
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| Zur
Brückenkonstruktion |
Gebaut wurde das
Blaue Wunder nach den Plänen von Claus
Köpcke und Hans Manfred Krüger. Sie
haben eine Hängebrückenkonstruktion
weiterentwickelt. Der Stahlbau gilt als
Meisterwerk der Ingenieurkunst. Die
äußere Form wird hauptsächlich von der
Statik diktiert - ein Gelenkträger
erstreckt sich über drei Felder. Das
gesamte Brückenmaterial wiegt rund 3200
Tonnen. Das Stahlgerüst wurde in der
ehemaligen Königin-Marien-Hütte in
Zwickau gefertigt.
Claus Köpcke hat bei den Planungen
Weitsicht bewiesen. So ließen sich 1900
die Straßenbahngleise für die
elektrische Bahn umbauen, zuvor führ
eine Pferdestraßenbahn über die
Brücke. 1935 verbreiterte die Stadt die
Fahrbahn und brachte zusätzliche
Fußgängerwege an - mit Holzboden,
wahrscheinlich aus statischen Gründen.
Die Baukosten von 2,26 Millionen Mark
wurden übrigens über einen Brückenzoll
refinanziert. Kassiert wurde dieser bis
1923. Anfangs waren es 3 Pfennige pro
Fußgänger. |
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| Eine
Zeitungsente |
| Die Brücke war arg
umstritten. In vielen Veröffentlichungen
steht, dass das Bauwerk einst grün
gestrichen wurde, um weniger aufzufallen.
Die Mischung aus Kobaltblau und Chromgelb
habe sich aber nicht gehalten. Das ist
aber nur eine Zeitungsente von 1935.
Schon im Dresdner Anzeiger von 1893 wird
die Brücke als blau beschrieben. |
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| Zur Nutzung |
Rund 35.000 Fahrzeuge fahren
heute täglich über das Blaue Wunder -
mit durchschnittlich 16
Stundenkilometern. Oft stehen sie zuvor
im Stau. Sollte die
Waldschlösschenbrücke gebaut werden
(dazu Bürgerentscheid am 27.02.05),
könnte es zu einer Entlastung von 3.000
bis 4.000 Fahrzeugen pro Tag kommen.
"Um die Brücke instand zu halten,
geben wir jährlich etwa 134.000 Euro
aus", sagt Reinhard Koettnitz, Chef
des Straßen- und Tiefbauamtes der Stadt.
Nach Gutachten aus dem Jahre 1997 hält
die Brücke noch mindestens 30 Jahre -
vorausgesetzt, sie wird immer gut
gewartet, und es dürfen sie auch
weiterhin keine Fahrzeuge mit mehr als 16
Tonnen Gewicht passieren.
Da erfahrungsgemäß Planungen zum
Brückenbau in Dresden langwierig sind,
müsse sich die Stadt bald überlegen,
was nach 2027 wird, rät Koettnitz. Die
letzte große Reparatur war 2003. Da
wurden die Fahrbahndecke und die
Entwässerung erneuert. "Das
Scheitelgelenk müssen wir wahrscheinlich
im nächsten, spätestens übernächsten
Jahr austauschen. Dazu muss die Brücke
gesperrt werden", kündigt der
Straßen- und Tiefbau-Chef an. Dauer noch
unbekannt.
Trotz allen Lobes für die Brücke soll
die Konstruktion von Anfang an Macken
gehabt haben. Aufgrund eines
Berechnungsfehlers steht schon seit Ende
der 1940er Jahre ein Lager still. Dadurch
kommt es zu einem schlagenden Geräusch.
Aber das sei nicht gefährlich. |

Quelle: Bettina
Klemm, Sächsische Zeitung/Dresdner Zeitung,
18.01.05, S. 14
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Informationen finden Sie auch unter Tips...
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